Diana aus unserer Filiale in Hall in Tirol reist aktuell mit ihrer Familie durch Neuseeland. Im Blog-Beitrag berichtet Sie von ihrem Jahreswechsel in Te Anau, ihrem Ausflug zum Milford Sound, dem Besuch einer Glühwürmchenhöhle und den „Tücken“, die man bei einem individuellen Camperurlaub in der Hochsaison erleben kann.

31.12.-03.01.2020

Der Morgen begrüßt uns mit einem strahlend blauem Himmel und Sonnenschein. Über einen schmalen, sandigen Pfad (nicht kinderwagentauglich!) spazieren wir zum wunderschönen St. Kilda Beach. Der weitläufige Strand ist aufgrund der hohen Wellen und des Windes nicht unbedingt zum Baden geeignet. Vielmehr ist er ein Paradies zum Surfen oder Relaxen und zum Sandburgenbauen, sehr zum Gefallen unserer Kinder.

Silvester in Te Anau

Nach einem entspannten Vormittag schauen wir uns noch kurz das Zentrum Dunedins mit  dem Octagon, ein achtseitiger Platz mit zahlreichen Geschäften, Restaurants und Cafes, an. Gegen Mittag brechen wir in das ca. 300  km entfernte Te Anau am gleichnamigen See auf.  Unterwegs legen wir einen Zwischenstopp in Gore im Landesinneren zum Essen und Tanken ein. In Te Anau, dem Ausgangstor zum Fiordland Nationalpark, haben wir bereits im Vorfeld einen Stellplatz im Getaway Holiday Park gebucht.  Es gibt drei weitere Campingplätze, wobei Getaway der einzige ist, welcher direkt (nur durch die Straße getrennt) am See liegt.

Landschaft rund um Te Anau

Nach Ankunft am Abend erkunden Zoey und Fritz den Spielplatz sowie den Trampolinbereich, wo sie schnell andere Kinder kennenlernen. Für die Erwachsenen gibt es einen kostenpflichtigen Sauna- und Hot Tub Bereich. Später am Abend erwartet uns im nebenan liegenden Lions Park eine gigantische Silvesterparty mit DJ, Kinderprogramm, Essständen und grandiosem Feuerwerk am See. Schöner kann man das neue Jahr nicht begrüßen.

Der Neujahrstag ist leider verregnet, so dass wir einen Ruhe- und Waschtag einlegen. Bei drei (von insgesamt vier) defekten Waschmaschinen und zahlreichen „Waschbegierigen“ wird eine Wäscheladung so gerne mal zu einer Tagesaufgabe.

Ausflug zum Milford Sound

Am darauffolgenden Tag sieht unser Programm üppiger aus. Nach einem morgendlichen Bummel durch die kleinen Geschäfte und Cafes von Te Anau machen wir uns mit dem Camper auf den Weg zum Milford Sound. Dieser ist einer der insgesamt 14 Sounds des Fiordland Nationalparks, wobei Milford und Doubtful die bekanntesten und zugänglichsten sind.

Die landschaftlich sehr abwechslungsreiche Fahrt dauert ca. zwei Stunden. Alternativ werden auch geführte Bustouren ab Te Anau oder Queenstown angeboten. Wir bevorzugen jedoch die individuellere Variante, um den Menschenmassen zu entgehen. Auch aus diesem Grund haben wir die letzte Abfahrt des Tages gebucht. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die Touristenbusse bereits wieder auf dem Rückweg nach Te Anau oder Queenstown. Es gibt unterschiedliche Anbieter, die sich preislich nur geringfügig unterscheiden und täglich mehrmals abfahren. Die letzte Tour geht zwischen 15:00 und 16:30 Uhr, je nach Jahreszeit. Wer etwas mehr Zeit zur Verfügung hat, sollte eine Overnight Cruise der Tagestour vorziehen. Bei diesem Ausflug ist die Verpflegung an Bord sowie der Sonnenunter- und -aufgang am einsamen Sound inklusive! Für die Overnight Cruise ist jedoch eine Buchung im Vorfeld erforderlich.

Während unserer zweistündigen Fahrt entlang der spektakulären Felswände des 16 km langen Sounds bewundern wir tosende Wasserfälle. Und die Natur spielt mit und belohnt uns noch mit einem Regenbogen sowie auf einem Felsen ruhende Seelöwen. An der Mündung in die Tasmanische See dreht das Boot um und wir fahren wieder zurück Richtung Anleger.

Milford Sound

Zurück im Hafen werden wir dann allerdings etwas „böse“ überrascht. Denn das Bootsterminal ist bereits geschlossen (somit auch die Toiletten 😒) und der Shuttle zum kostenlosen, ca. 1 km entfernten Parkplatz fährt ebenfalls nicht mehr. Das ist dann wohl der Nachteil der späten, dafür aber weniger überlaufenen Bootsfahrt. Alternativ hätten wir unseren Camper nur ca. 300 m vom Terminal entfernt parken können. Jedoch fällt auf diesem Parkplatz eine Gebühr in Höhe von NZD 10 pro Stunde an.

Während der Rückfahrt nach Te Anau legen wir einige Zwischenstopps für wunderschöne Fotoaufnahmen der einzigartig grünen Landschaft ein.

Katamaranfahrt zu dem Glühwürmchenhöhlen in Te Anau

In Te Anau angekommen, erwartet uns pünktlich zum Sonnenuntergang eine halbstündige Katamaranfahrt zu den Glühwürmchenhöhlen („Te Anau Caves“). Nach kurzer Einführung in die Welt der „glow worms“ durch einen Guide gleiten wir mit einem kleinen Boot durch die Höhlen. Wie schön es ist das Leuchten der Glühwürmchen in der Dunkelheit und die Stille zu genießen. Auch unsere Kinder spielen mit – und das zu bereits fortgeschrittener Stunde. 

Gegen Mitternacht endet dieser ereignisreiche Tag mit der Rückkehr in Te Anau und der kurzen Weiterfahrt zu einem „wilden“ Stellplatz in freier Natur.

„Mama, des ist der schönste Urlaub!“ (Fritz, 02.01.2020) – dem kann man nichts hinzufügen!

Auf nach Queenstown!

Unser nächstes Reiseziel heißt Queenstown. Die Stadt der Abenteuer- und Outdoor-Aktivitäten liegt etwa zwei Stunden nordöstlich von Te Anau. Queenstown ist recht quirlig, aber liegt malerisch am See Wakatipu und wird von den südlichen Alpen umrahmt. Unser favorisierter, aber leider noch nicht gebuchter, Campingplatz und auch die Alternative in Zentrumsnähe sind leider ausgebucht. Das zeigt uns, dass ein flexibler Reiseverlauf natürlich auch Nachteile mit sich bringen kann. Wir finden schließlich doch noch einen Stellplatz für die Nacht, auch nur rund 15 Gehminuten vom Zentrum entfernt. Aber dieser ist sehr einfach und wir sind augenscheinlich die einzige Familie dort. Alle weiteren Gäste sind sehr jung und eher Backpacker. Wir verbuchen das mal als eine interessante und hippe Erfahrung 😉.

Nach dem Einchecken machen wir uns auf den Weg ins Zentrum direkt am See. Und tatsächlich, die Stadt macht ihrem Ruf alle Ehre. Es gibt ein riesiges Angebot an Aktivitäten wie Jetbootfahren,  Bungeespringen, Rafting und Skydiving sowie unzählige trendige Shops, Restaurants und Bars. Das ist wohl auch der Grund, warum primär junge Leute in der Stadt anzutreffen sind. Unsere Kinder möchten ein Eis. Während es massenweise Cocktailbars in den Straßen gibt, ist es hingegen gar nicht so einfach, eine schlichte Eisdiele zu finden 😂.

SH6 nach Queenstown und Lake Wakatipu in Queenstown

Für Familien mit Kleinkindern ist das Freizeitangebot „übersichtlich“. Es gibt die Fahrt mit der Skyline, den Kiwi Birdlife Park, wo man neben verschiedenen heimischen Vögeln den Nationalvogel Kiwi entdecken kann, Indoor-Skydiving (Kinder ab 5 Jahre) sowie eine Minigolfanlage.

Unser Fazit : Queenstown ist wunderschön gelegen und für Outdoorlieberhaber und Shoppingfans, ob als Paar, alleinreisend oder unter Freunden, ein tolles Reiseziel. Für Familien mit Kleinkind ist ein Tag als Zwischenübernachtung auf dem Weg von Te Anau zum Franz Josef Gletscher oder umgekehrt völlig ausreichend.


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