04.01.-07.01.2020

Diana aus unserer Filiale in Hall in Tirol reist aktuell mit ihrer Familie durch Neuseeland. Heute berichtet Sie von ihren Erlebnissen entlang der Westküste von Neuseelands Südinsel. Sie reist von Queenstown über den Haast Pass in die Gletscher-Region und weiter Richtung Abel Tasman und Marlborough. Aber lest selbst!

Byebye Queenstown – hallo Arrowtown

Nach einer Übernachtung in Queenstown verabschieden wir uns vom Outdoor- und Abenteuer-Mekka. Die Fahrt führt uns nördlich ins 20 km entfernte Arrowtown. Die alte Goldgräberstadt besteht überwiegend aus restaurierten Gebäuden, worin sich heute einige Geschäfte und Cafés befinden. Die Kleinstadt lädt bei strahlendem Sonnenschein zum Bummeln und Verweilen ein, was sich auch andere Touristen zu Nutze machen. Anders als an den Tagen zuvor haben wir beschlossen, das Frühstück nicht im Camper, sondern auswärts einzunehmen. So kehren wir in der Hauptstraße Buckingham Street im Orleans Hotel ein. Dieses verfügt über einen urigen Bar- und Restaurantbereich sowie eine sonnige Terrasse. Während die anderen Cafés das Frühstück „nur“ bis 11:30 Uhr anbieten, können wir hier noch bis 12 Uhr verschiedene Breakfast-Spezialitäten wie Eggs Benedict oder Porridge bestellen. Aber auch die Lunch-Karte verspricht ein reichhaltiges Speiseangebot. Reichlich gestärkt bummeln wir noch ein wenig weiter und genießen die Klänge eines Saxophon-Spielers. Wir sind begeistert von dieser beschaulichen Kleinstadt, die trotz der Touristen so viel Ruhe und Charme versprüht. Wer dem Trubel Queenstowns entgehen möchte, sollte die Übernachtung in einem Hotel oder auf dem Campingplatz in Arrowtown wählen.

Auf in die Gletscher-Region

Am frühen Nachmittag setzen wir unsere Fahrt zum entfernten Franz Josef Gletscher fort. Über eine Serpentinenstraße, die wundervolle Ausblicke bietet, fahren wir vorbei am Lake Wanaka und Lake Hawea. Über den Haast Pass geht es weiter die Westküste entlang und dann wieder landeinwärts. Nach 5 Stunden Fahrzeit erreichen wir  Fox Glacier mit dem gleichnamigen Gletscher und 25 km weiter Franz Josef. Der ebenfalls gleichnamige Franz Josef Gletscher kann auf dem Glacier Valley Walks in 1,5 Stunden Gehzeit (hin und zurück) besichtigt werden. Natürlich gibt es weitere Wanderwege mit unterschiedlicher Dauer und unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad, auf denen man die Gletscher weiter erkunden kann.

Unser Nachtquartier schlagen wir im Orange Sheep Holiday Park direkt neben dem 58 on Cron Motel auf. Die Stellplätze liegen in einer grünen Landschaft umgeben von zahlreichen Bäumen, Sträuchern und Farnen. Ein Hauch von Regenwald. Auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich die bekannten Hot Pools, die zum Baden und Entspannen (gegen Gebühr) einladen.

Unser Abendessen nehmen wir im Monsoon Bar & Restaurant ein, welches direkt an den Rainforest Retreat Holiday Park angrenzt. Hierbei handelt es sich um eine urige Holzhütte mit mehreren Kaminen und einem großen Innen- sowie Außenbereich. Die Speisekarte lässt mit Pizza, Burger und Steaks keine Wünsche offen. Zoey und Fritz erhalten bei Bestellung jeweils eine ausmalbare Papiertasche, welche mit Bundstiften, einem Rätselheft und Stickern gefüllt ist. So vergeht die doch recht lange Wartezeit bis zum Essen im Nu. Neben der Qualität des Essens sind die leckeren und teilweise sehr günstigen Cocktails und die fröhlichen Angestellten zu erwähnen. Ok es war auch Happy Hour, aber trotzdem kehrt man gerne hier ein um den Tag ausklingen zu lassen.

Blue Monsoon Bar & Restaurant

Nelson – das Tor zum Abel Tasman Nationalpark

Für den nächsten Tag ist Dauerregen gemeldet. Also kürzen wir unseren ursprünglich für zwei Nächte geplanten Aufenthalt auf nur eine Übernachtung ab. Wir brechen recht früh zur Fahrt in den Norden auf. Ziel ist Nelson, die Craft Beer Hauptstadt Neuseelands nahe des Abel Tasman Nationalparks gelegen.

Dieses Mal haben wir unseren Stellplatz am Abend zuvor online gebucht. Der Tahuna Holiday Park gehört zu den Kiwi Holiday Parks und besticht durch seine Lage nahe Nelson und direkt am Meer. Da sich in der Nähe der Flughafen befindet, ist allerdings mit gelegentlichem „Fluglärm“ zu rechnen. Uns selbst stört es nicht weiter – Fritz erfreut sich sogar an den Fliegern über uns 😅.

Wer mehrere Campingplätze dieser Kette nutzen möchte, sollte die Kiwi Membership Discount Card zum Preis von NZD 35 entweder online oder beim Check-In auf dem ersten Campingplatz erwerben. Mit dieser erhält man unter Angabe der Mitgliedsnummer eine Ermäßigung in Höhe von 15 % auf den Stellplatzpreis.

Der Tahuna Beach Holiday Park, auf dem wir übernachten, ist sehr weitläufig. Er verfügt neben Studios und Cabins über vier verschiedene Stellplatzzonen (weiß und gelb mit Spielplatz – primär für Familien, blau und grün sind abgelegener und ruhiger). Wir haben uns für die gelbe Zone entschieden, da diese direkt am Meer liegt. Wir haben auf etwas Glück und einen Platz in erster Reihe gehofft, leider vergebens 😥.

Dem Wetter trotzen…

Leider hält uns das frische Wetter von einem ausgedehnten Strandaufenthalt am ersten Tag ab. Da es auch am folgenden Morgen sehr windig ist, fahren wir mit dem Shuttlebus in die 4 km entfernte Innenstadt von Nelson. Der Shuttle fährt allerdings nur zwischen Dezember und Januar und kostet NZD 3 pro Erwachsener und NZD 1 pro Kind. Es gibt einige Geschäfte und Restaurants, jedoch keine Fußgängerzone. Uns fehlt hier ein wenig das Flair und so nehmen wir nach 2 Stunden bereits wieder den Shuttle zurück zum Campingplatz.

Lohnenswerter als eine Stadtbesichtigung ist sicherlich ein Ausflug in den nahe liegenden Abel Tasman Nationalpark. Dieser lockt bei etwas besserem Wetter zu ausgiebigen Wanderungen, Kajak- und Bootstouren. Eine schöne Abwechslung sind geführte Fahrradtouren in die umliegenden Weingüter. Diese können alternativ auch auf eigene Faust mit dem Leihfahrrad erreicht werden.

Wir steigen eine Station vor unserem Campinglatz am Tahunanui Beach aus. Dort erwartet uns eine riesige Strand- und Dünenlandschaft, ein Beach Cafe, das Natureland mit verschiedenen Tieren (gegen Eintrittsgebühr) und ein Spielplatz. Für zwei Stunden lassen wir Erwachsene einfach mal die Seele baumeln und genießen die Sonnenstrahlen zwischen den Dünen. Die Kinder hingegen können sich am Strand austoben und mit den angespülten Treibhölzern kreative Parcours bauen. Zu Fuß erreichen wir nach 10 Minuten wieder unseren Campingplatz und lassen bei einem Bier- bzw. Weinchen den Tag ausklingen. Zoey und Fritz verabschieden sich lieber auf die Hüpfburg, die wenige Meter von unserem Wohnmobil entfernt steht.

Die Weine der Marlborough Region

Den Morgen beginnen wir mit einem Strandlauf. Dann geht es los Richtung Blenheim. Der Ort liegt südöstlich von Nelson in der Marlborough Region. Wenige Minuten vor Blenheim liegen entlang der Rapaura Road zahlreiche Weingüter. Alle bieten neben Weinverkostungen auch schmackhafte Mahlzeiten an. Wir kehren im Vines Village Cafe ein. Dieses verfügt neben mehreren Wein- und Souvenirshops über einen Restaurant- und Barbereich (u. a. Gin-Tasting) und einen schönen Garten mit kleinen See und Spielplatz. Somit haben wir hier erneut einen absolut lohnenswerten und entspannten Zwischenstopp für Groß und Klein gefunden.

Ursprünglich wollten wir durch das Zentrum Blenheims in Richtung Cloudy Bay fahren und uns dort ein Plätzchen zur Übernachtung suchen. Spontan haben wir uns umentschieden und fahren nördlich über Picton entlang des Queen Charlotte Drive zum Smith’s Farm Holiday Park. Hierbei handelt es sich um eine sehr familiär geführte, kleine Farm mit Schafen, Schweinchen und einer Ziege. Ein großer Bauernhof darf nicht erwartet werden. Gleich beim Check-In erhalten wir warme Muffins und jedes Kind einen Beutel mit Futter für die Tiere. Für den Abend empfiehlt uns die Besitzerin eine 30-minütige Wanderung zu einem Wasserfall im angrenzenden Wald. Dort kann man bei Einbruch der Dunkelheit nach Glühwürmchen Ausschau halten. Das war ein sehr spannender und unvergesslicher Ausflug über Stock und Stein in die Nacht. Aber ein tolles Erlebnis für uns alle!


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