Auf der Tour von Kathrin und Sabine durch New South Wales darf natürlich die Erkundung von Sydney nicht fehlen. Und das haben sie zu einer der schönsten Zeiten im Jahr getan – während des Lichterfestivals Vivid Sydney!

Vivid Sydney

Bereits bei dem Landeanflug über Sydney vor ein paar Tagen konnten wir schon einige Lichter über den Gebäuden der Metropole ausmachen. Aber da wir ja bekanntlich direkt am nächsten Tag weiter ins Outback nach Broken Hill gereist sind, blieb uns bislang noch keine Möglichkeit, Vivid Sydney hautnah zu erleben. Das wollten wir nun zum Abschluss der Reise ausgiebig nachholen.

Nach Ankunft von unserem Indian Pacific-Erlebnis werden wir also zu unserem Hotel gebracht. Es bleibt gerade noch etwas Zeit für eine heiße Dusche, bevor es zu unserem ersten Highlight in Sydney geht – der Vivid Lights Captains Dinner Cruise.

Vivid Captain’s Dinner Cruise in Sydney

Wir werden von einem großen Schiff, welches den leuchtenden Schriftzug „Vivid Sydney“ trägt, erwartet. Die Crew bringt uns zu unserem Tisch auf dem mittleren Deck. Eine Hafenrundfahrt durch Sydney ist ja per se schon ein Knaller. Aber wenn man dann in gepflegter Atmosphäre bei einem Glas Wein, einem köstlichen 3-Gänge Menü und dezenter Live-Musik entlang der beleuchteten Sehenswürdigkeiten vorbeigleitet, ist das nochmal eine Steigerung! Zum Glück sind die Fenster auf allen Seiten groß genug, dass wir auch während des Essens den Ausblick genießen können. Zwischen Hauptgericht und Dessert haben wir etwa 20 Minuten Zeit, um unseren Tisch zu verlassen und nach draußen zu gehen. Und so stehen wir da und lassen die Lichtprojektionen an Opernhaus und Luna Park, Harbour Bridge und rund um Darling Harbour auf uns wirken. Schließlich verlassen wir nach der rund zweistündigen Fahrt das Boot am Circular Quay für unser nächstes Highlight.

Vivid Light Walk durch Harbour Rocks

Während des Festivals gibt es nämlich zwei verschiedene Vivid Light Walks. Diese führten die Besucher entlang der großen Lichtprojektionen und -installationen. Und einen der Wege wollen wir uns an diesem Abend noch anschauen. Die Lichter werden übrigens um 23 Uhr abgestellt, also bleibt uns nicht mehr allzu viel Zeit für den Rundweg. Zügigen Schrittes gehen wir entlang des Opernhauses und durch den Royal Botanic Garden. Immer wieder müssen wir staunend stehen bleiben bei dem was wir sehen. Leuchtende Bienen umgeben von Honig-Duft (leider gibt es kein Duft-Internet), eine Glühwürmchenwiese, Leuchtpilze usw… Den Abend lassen wir dann bei einem gemütlichen Bier im The Squire’s Landing ausklingen. Dort wird das Bier nicht nur ausgeschenkt, sondern auch in der eigenen Mikrobrauerei hergestellt. Man sollte es also nicht nur bei einer Sorte belassen sondern sich mal durchprobieren.

Glühwürmchenwiese

Der Leuchtpilz

Hafenrundfahrt durch Sydney mit der EnigmaX

Am folgenden Morgen werden wir von unserem Hotel abgeholt für eine weitere Rundfahrt durch Sydneys Hafen. Diesmal soll diese mit einem kleineren Katamaranboot – der EnigmaX – stattfinden.

Wir haben bestes Wetter (ok, es ist etwas windig) aber die See ist glatt. Auf das Boot passen maximal 14 Passagiere, es wird also gemütlich. Von der Cockle Bay Marina in Darling Harbour legen wir ab und gleiten an den Gebäuden des neuen Unterhaltungsviertels Barangaroo vorbei. Wir fahren unter der Harbour Bridge hindurch Richtung Watsons Bay. Natürlich passieren wir dabei das Opernhaus. Wir sehen aber auch einige der Inseln im Hafen wie Cockatoo Island oder Shark Island sowie die vornehmen Stadtteile wie Vaucluse und Double Bay. Die Häuser hier kosten mehrere Millionen Dollar wie uns Anna von der Crew erzählt. Teilweise liegen diese direkt an einem Strand. Wenn man nun meint, dass dies dann der Privatstrand der Hausbesitzer ist, täuscht man sich jedoch. Wir erfahren nämlich, dass alle Strände in Sydney per Gesetz für die Öffentlichkeit zugängig sein müssen. Da nützen einem dann auch keine Millionen 😲.

Wir fahren bis zu den Klippen von South Head, die das Hafenbecken vom offenen Meer trennen. Dann geht es entlang der anderen Seite des Hafens zurück. Wir passieren Kirribilli sowie den Taronga Zoo und fahren erneut unter der Harbour Bridge hindurch. Ziel ist der Lane Cove River, wo wir Anker werfen für unser Mittagessen. Auch diese, etwas unbekanntere Seite des Hafens ist herrlich anzuschauen mit einer Mischung aus Industriebauten, schicken Häusern und Segelyachten. Leider ist die Zeit auf dem Katamaran viel zu kurz, aber auf uns wartet bereits der Bus für unsere Stadtrundfahrt.

Stadtrundfahrt durch eine der schönsten Städte der Erde

Unser deutschsprachiger Reiseleiter Klaus begrüßt uns freundlich und los geht’s. Wir fahren durch Darling Harbour und Harbour Rocks und halten am Mrs Macquaries Point für einen ersten Fotostopp. Das Wetter spielt weiterhin mit, wie die Fotos beweisen 😉.

Mrs Macquaries Chair

Neben dem üblichen Stadtzentrum, wo sich der „Normaltourist“ aufhält steuern wir auch die vornehmen Stadtviertel Vaucluse und Double Bay an, wer da wohnt, der hat es wohl geschafft. Nächster Halt ist Bondi Beach. Hier verlassen wir den Bus, können uns am Strand die Beine vertreten und den Leuten beim Surfen zuschauen. Ach toll, da bekommt man direkt Lust, auf auf’s Brett zu steigen, aber so viel Zeit haben wir leider nicht. Es geht schon wieder weiter und wir fahren an der Küste entlang und sehen die weit weniger bekannten fast menschenleeren (zumindest zu dieser Jahreszeit) Strände von Tamarama und Bronte. Wir verlassen die Küste und fahren wieder zurück Richtung „Zentrum“. Dabei geht es durch den Stadtteil Paddington, der besonders für seine wunderschönen Terrassenhäuser bekannt ist, sich in den letzten Jahren aber auch zu einem der Hotspots der Kunst- und Kulturszene entwickelt hat.

Fazit: Man kann in Sydney zwar auch viel individuell zu Fuß, mit den Hop on Hop Off Bussen und Fähren machen, aber ganz ehrlich, meist bleibt man dann doch eher in den bekannten Stadtteilen wir Harbour Rocks, Darling Harbour oder Chinatown. Deshalb empfehlen wir tatsächlich die geführte Stadtrundfahrt, denn so viele interessante Geschichten über die Besiedelung, Politik und grundsätzlich über Land und Leute bekommt man nur so zu hören. Wie würde man sonst erfahren, dass ein Fahrgast AUD 330 zahlen muss, wenn dieser unangeschnallt im Bus fährt und der Fahrer selbst 3 Punkte (sagt man da auch in Flensburg?) pro unangeschnallten Fahrgast auf sein Konto geschrieben bekommt? Idealerweise kombiniert man die Stadtrundfahrt mit einer Hafenrundfahrt und hat so den bestmöglichen Überblick über eine der schönsten Städte der Erde erhalten!

Den Abend haben wir dann gemütlich in einem Seafood Restaurant an der Promenade in Darling Harbour ausklingen lassen und sind im Anschluss noch den zweiten Vivid Lights Walk gegangen, der praktischerweise von dort durch Barangaroo bis nach Harbour Rocks führt und am Circula Quay endet.

Wir könnten nun sagen, das war ein schöner Abschluss unserer Reise, aber auf uns warten noch zwei weitere Highlights am folgenden Tag, der unser Abreisetag sein wird.

Sydney Opera House hinter den Kulissen

Das Sydney Opera House haben wir schon mehrmals von außen auf dieser Tour gesehen. Heute Morgen erwartet uns nun ein Einblick hinter die Kulissen des bekannten Opernhauses. Nach einer kurzen Nacht (immerhin mussten wir noch unsere Koffer packen) geht es bereits um 06:45 Uhr vom Hotel los. Wir betreten die Oper, werden dort von unserem Guide begrüßt und mit Warnweste und VIP Ausweis ausgestattet. Bevor die Backstage Tour beginnt, wird das Frühstück „geplant“, welches im Anschluss an die Führung in der Kantine der Oper eingenommen wird. Aus vier Möglichkeiten wählen wir unsere Favoriten. Dann geht es los.

Der erste Raum, der uns gezeigt wird, ist der Stage Room. Hier werden alle Bühnenbilder gelagert und zusammengebaut. Weiter geht es dann von Raum zu Raum, wobei wir nicht in allen Fotos machen dürfen. Zum einen wegen Geheimhaltung der Bühnenbilder und Technik, zum anderen auch um die Privatsphäre der Arbeiter dort zu gewährleisten.

Wir sehen den Green Room, das ist der Raum, wo die Künstler bis kurz vor ihrem Auftritt warten. Für die Musiker gibt es einen separaten Warteraum, den Essembly Room, an den auch einige kleine schallisolierte Proberäume angrenzen. Und dann gibt es noch den Entry Room für die Solokünstler mit einem Spiegel für den finalen Check bevor sie die Bühne betreten. Dieser ist gaaanz wichtig, nicht dass die Frisur nicht sitzt oder das Make Up verschmiert ist oder noch Schlimmeres… unser Guide hat uns da ein paar Anekdoten erzählt…😂. Seitdem hängt ein dickes Schild da, dass man vor Betreten der Bühne in den Spiegel schauen soll!

Nach den Stories denken sicherlich alle von uns im Stillen „ja bitte immer in den Spiegel schauen!“ Natürlich betreten wir auch verschiedene Bühnen und einen Künstlerraum, sehen den Orchestergraben und hinter der Bühne die Konstruktionen für die Bühnenbilder.

Also unser Guide hat es echt drauf, das muss mal gesagt werden. Abgesehen davon, dass er selbst wie Sherlock Holmes aussieht und eine Wahnsinnsstimme hat, erzählt er uns so viele lustige Anekdoten. Von einer Operndiva, die vor ihrem letzten Soloauftritt im Aufzug stecken geblieben ist oder von Hühnern, die in den Orchestergraben gefallen sind und daraufhin der Operndiva die Sprache verschlagen hat.

Also wer an so unterhaltsamen Geschichten interessiert ist, der sollte sich diese Backstage Tour nicht entgehen lassen. Wir hatten jemanden in unserer Gruppe, die die Backstage Tour bereits zum sechsten Mal mitgemacht hat und sagte, jedes mal werden andere Geschichten erzählt und es wird niemals langweilig. Die Backstage Tour unterscheidet sich übrigens komplett von der normalen Führung durch das Opernhaus, auf der man eher ganzen Facts über die Planung, Entstehung und Probleme der Erbauung erfährt. Beide Touren sind auf ihre Art lohnenswert.

BridgeClimb in Sydney – …Vorbereitung ist alles

Nach dem Frühstück geht es dann zum letzten Programmpunkt unserer Reise dem BridgeClimb. Leider hat sich das Wetter während unserer Tour durch die Oper verschlechtert, es hat angefangen zu regnen. Aber egal, das Wetter muss man nehmen, wie es kommt. Wir erreichen die Harbour Bridge, erhalten eine kurze Einweisung und werden zu unserem Gesundheitszustand befragt. Dann geht es die Treppe hoch und über einen Steg, der aus einem Eisenrost besteht zum Warteraum. Das dieser Weg quasi ein „Test“ ist, erfahren wir erst später. Es gibt ja Menschen, die an Höhenangst leiden. Wer diesen Weg schafft, sollte auch mit der Besteigung der Brücke keine Probleme haben – sagt die Theorie 😉.

Wir warten also auf unseren Slot, die Abläufe hier sind zeitlich ganz genau durchgetaktet. Zur gebuchten Zeit betreten wir erneut einen kleinen Raum, in dem wir nochmals ein Formular über unseren Gesundheitszustand ausfüllen müssen und wo überprüft wird, ob wir nüchtern sind (alkoholisch gesehen). Anschließend erhalten wir den obligatorischen BridgeClimb Anzug, müssen allen losen Gegenstände aus Hosentaschen, um Hals usw. entfernen, erhalten eine Kappe, Brillenbänder und wo benötigt Haarbänder und Taschentücher. Alles wird natürlich am Körper oder an der Kletterausrüstung, die wir anschließend überziehen müssen, befestigt. Zusätzlich aufgrund der Wetterbedingungen erhalten wir noch eine Regenhose, die wir direkt überziehen sowie eine dünne Regenjacke und eine dickere Jacke (es ist ja Winter!) , die ebenfalls mit Karabinern an der Kletterausrüstung befestigt wird und bei Bedarf angezogen werden muss, damit die Technik der Headsets nicht nass wird.

BridgeClimb…. hoch über der Stadt

Wie ein Teletubbi beginnen wir den Aufstieg und werden zur Sicherheit an der Brücke angeleint. Es kann also wirklich gar nichts mehr schief gehen, falls jemand ernsthafte Bedenken haben sollte 😉. Am Anfang ist der Weg noch flach, dann geht es jedoch über viele Stufen und durch Brückenpfeiler hindurch konstant aufwärts. Etwas Kondition sollte man definitiv mitbringen und keine Platzangst haben, denn die „Gänge“ sind sehr schmal. Trotz des Regens, sind die Ausblicke über Sydney, die Skyline, den Hafen und das Opernhaus einfach fantastisch. Unterwegs gibt es noch zwei Fotostopps, die Fotos kann man anschließend käuflich erwerben. Nachdem wir die 134 m erklommen sind, schwingen wir erneut kurz das Tanzbein, dann geht es den ganzen Weg auf der anderen Seite der Brücke auch schon wieder hinab. Wir pellen uns aus den gefühlten hundert Klamotten, nehmen unsere Urkunde an (ja, wir haben den Aufstieg geschafft!) und shoppen letzte Souvenirs.

Dann heißt es langsam Abschied nehmen von Australien, News South Wales und Sydney. Was für eine tolle Reise mit so vielen unterschiedlichen Erlebnissen, Landschaften und Geschichten.

Bis zum nächsten Mal!


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